Evangelische Kirchgemeinde Boxhagen-Stralau
Friedrichshain von Berlin


Die Geschichte der Stralauer Dorfkirche.


  1. Geschichte.
  1. Der Altar.
  1. Eine wahre Begebenheit.


Die Geschichte der Kirche

1459
Baubeginn der Dorfkirche Stralow

1464
Einweihung der Kirche am Bartholomäustag
(24. August)

1535
Zerstörung der Turmspitze durch ein Unwetter
Nach anderen Quellen erst 1585

1545
Glockenguß der noch vorhandenen kleinen Glocke
in Lutringen durch Andreas Kepfel

1610
Absturtz der Turmspitze durch einen Orkan
nach anderen Quellen erst 1616

1652/1737
Durchführung von größeren Baumaßnahmen

1786
Glockenguß der größeren,
im Kriege eingeschmolzenen Glocke

1823
Umgestaltung des Turmes nach Entwürfen des
Berliner Stadtbaurates F.W. Langerhans

1906
Beschädigung des Turmes durch Blitzschlag

1932
Schließung der Kirche wegen Baufälligkeit

1934
Neigung des Turmes um 5cm

1936
Beginn der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen
(Turmdurchbruch, Turmvorbau, Sakristei,
neogotischer Altar)

1937
Einbau einer 18 registrigen Schuke-Orgel und
Wiedereinweihung der umgebauten und erweiterten Kirche

1945
Teilzerstörung durch Bombenangriff
Einsturtz des Gewölbes und der Nordwand

1947
Richtfest der teilweise wiederaufgebauten Kirche

1949
Wiedereinweihung der Kirche am 4.Advent

1950
Glockenweihe zweier neuer Glocken aus Apolda
(gegossen durch Meister Schilling)

1952
Wiedereinbau der Schuke-Orgel

1962
Aufstellung des jetzigen Altars und des romanischen
Taufsteins (Leihgaben der Kirchengemeinde Massen,
des Doms zu Brandenburg und des Märkischen Museums)

1965
Schließung der Kirche wegen umfangreicher
Baumaßnahmen (Sicherung des Turmes)

1966
Festliches Konzert nach Rekonstruktion und
klanglicher Erweiterung der Orgel (15. Juni)

1985
Neieindeckung des Kirchendaches mit Klosterdachsteinen
(Restbestände vom Bau der Nikolaikirche)

1992
Beginn umfangreicher Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen
Isolierung des Fundamentbereiches

1993
Realisierung des zweiten Bauabschnittes
(Innenputz und Elektroarbeiten)

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Der Altar

Altar

© berlinhost.de


Im Mittelteil des Altars (eine Leihgabe aus der Kirche zu Massen bei Finsterwalde) steht die Jungfrau Maria, auf ihrem Arm "thront" das Jesuskind, in dessen linker Hand die Weltkugel von einem Kreuz überhöht zu sehen ist. In der rechten Hand hält Maria das Lilienzepter. Rechts von Maria steht die Heilige Barbara mit Kelch und Palmenzweig, links die Heilige Ursula mit dem Pfeil. Das Mittelstück des Altars dürfte um 1500 entstanden sein.
Auf den gemalten Altarflügeln (eine Leihgabe aus dem Dom zu Brandenburg) ist rechts vom Mittelteil der Fischzug des Petrus und darunter als Torsa das Martyrium des Andreas dargestellt, links vom Mittelteil das Martyrium des Petrus (Kreuzigung mit dem Kopf nach unten) und die Enthauptung des Apostel Paulus.
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Der Wasserstiefel
des Pfarrers von Stralau

Als Stralau noch ein Dorf war, musste die dortige Kirchengemeinde selbst für den Unterhalt ihres Pfarrers sorgen. Diese Versorgung bestand, wie damals allgemein üblich, nur zum geringen Teil aus Geld, denn davon hatten die Leute nicht viel. Im Fischerdorf Stralau schenkten sie dem Pfarrer neben Hausrat und Vieh zu den Festtagen auch Fischereigerät. Unter diesen Sachen aber war einmal im Jahr eine besondere Gabe. Es handelte sich um einen einzelnen Wasserstiefel. Den bekam der Pfarrer jedoch nicht für die Fischerei, sondern für den Weg zur Kirche.
Zwischen dem Pfarrhaus und der Kirche floss damals ein Wassergraben, den der Pfarrer überqueren musste, wenn er in das Gotteshaus wollte. Eine Brücke oder einen Steg gab es nicht, denn der Graben war nicht breit. Überspringen konnte ihn der Pfarrer jedoch auch nicht, denn dazu war der Gottesmann zu alt.
So hatte ihm die Gemeinde einen Wasserstiefel pro Jahr zugebilligt. Dieser musste reichen, denn der Pfarrer brauchte immer nur einen Fuß in das Wasser zu setzen, um ans andere Ufer zu gelangen.
(aus: "Der Stralauer Fischzug", Verlag Neues Leben, Berlin 1987.)
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