Die Verheißungs-Kirchengemeinde ist hervorgegangen aus der
Pfarr- und Glaubenskirchengemeinde in Berlin - Lichtenberg.
Zwei der acht Pfarrbezirke dieser Gemeinde lagen innerhalb der Berliner Ringbahn im Stadtbezirk Berlin -Friedrichshain, von der Gürtelstraße bis an die Weichselstraße und von der Frankfurter Allee, (S-und-U-Bahnhof Frankfurter Allee) bis zur Weserstraße. Der zweite, ebenfalls vakante, Pfarrbezirk erstreckte sich von der Weichselstraße entlang der Frankfurter Allee bis über die Jungstraße hin.
In der Konprinzenstraße 23, der heutigen Jessnerstraße, befand sich gegenüber der Schule die Schwesternstation der Gemeinde.
Da die kircheneigene "Kirchenbaracke" mit mehreren Versammlungs -und Funktionsräumen in der Jungstraße ausgebombt war, durfte mit Genehmigung der Sowjetischen Militäradministration Religionsunterricht im Schulgebäude erteilt werden.
LOBERSAAL
Für den Gottesdienst erhielt die Gemeinde Gastrecht in einem Kirchsaal, dem sogenannten Lobersaal, in der Frankfurter Allee 96 im Hinterhof des großen Geschäftshauses von Lober.
Dieser Kirchsaal kam in den Besitz der Stadtmission und dient seitdem als Gemeindezentrum.
Bis in die Zwanziger Jahre diente dieser Saal einer jüdischen Gemeinde als Beetsaal, davon zeugten noch hebräische Schriftzeichen und jüdische Symbole. Als Fenster zum Hof leuchtete ein großer Davidstern in bunten Farben, gelb und blau. Interessant war in diesem Raum eine Nische, sie hatte eine Tiefe von 20 cm und war 2m breit und 1,50m hoch. Darüber befand sich in einer Kehle ein silberfarbenes hebräisches Schriftband. Diese Nische war für die Thora - Rolle bestimmt.
Später, im kirchlichem Gebrauch, wurde dieser Teil Hintergrund - der Altar befand sich an gegenüberliegender Stelle.
Weshalb dieser Saal den Zerstörungen des Pogroms am 9.November 1938 entging, darüber kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich wurde dieser Raum schon 1933 nicht mehr als Beetsaal genutzt und hatte wohl lange Zeit leer gestanden, er war -zum Glück- in Vergessenheit geraten.
NACH 1948
Auf Beschluss der Kirchenleitung wurden die großen Berliner Kirchengemeinden in kleinere Gemeinden aufgeteilt. So wurden aus den zwei Pfarrbezirken der Pfarr- und Glaubenskirchengemeinde und Teilen der Lichtenberger Erlöserkirchengemeinde am 01.04.1949 die neue Evangelische Verheißungskirchengemeinde gegründet. Nach Gründung des Kirchenkreises Friedrichshain gehörte zu diesem auch die Verheißungs-Kirchengemeinde. Mit ihren 20 000 Bewohnern war es die größte Gemeinde im Kirchenkreis.
Die neue Gemeinde erstreckte sich entlang der Frankfurter Allee bis zur Boxhagener Straße, und von der Gürtel- und Neuen Bahnhofstraße bis zur Niederbarnimstraße
(s.Karte) Sie wurde in drei Pfarrbezirke eingeteilt.
Nachdem Pfarrer Bernd schon seit 1945 hier Dienst tat wurde er am 26.05.1949 geschäftsführender Pfarrer der Gemeinde. Seit dem 01.04 49 versah Pfarrer Rehfeld im zweiten Pfarrbezirk seinen Dienst. Ab 01.09 1950 wurde Pfarrer Schulz-Ehrenburg in den dritten Pfarrbezirk berufen.
Die Gemeinde besaß weder eine eigene Kirche, noch verfügte sie über gemeindeeigene Räume.
An Stelle der Kirchenbaracke (Jungstr.17) sollte ein neues Gemeindehaus errichtet werden, ein Kirchengrundstück auf dem Traveplatz konnte nicht nachgewiesen werden, so gab es auch keinen Kirchbau auf dem Traveplatz.
Mit der Gründung der DDR am 07.10.1949 änderten sich die Voraussetzungen für die Evangelische Kirche und ihre Pläne für die Bauvorhaben.
Der Generalsuperintendent von Ost-Berlin Dr. Fr. W. Krummacher übergab der Gemeinde in einem feierlichen Gottesdienst die Kapelle in der Boxhagener Straße mit den Worten:
"Liebe Verheißungsgemeinde, das ist eure Verheißungskirche!"
In dieser Kapelle fanden bis 1996 die Sonntagsgottesdienste statt, die Kapelle wurde gleichzeitig von der Eigentümerin, der Evangelischen Georgen-Parochialgemeinde, als Friedhofskapelle genutzt. Sie wird inzwischen auch zu bestimmten Zeiten als Theatherraum genutzt.
Am 31.05 1950 fand die konstituierende Sitzung des Gemeindekirchenrates statt.
Der GKR konnte keine Genehmigung zum Wiederaufbau eines Gemeindehauses in der Jungstr. 17 erreichen und das Grundstück nicht weiter nutzen. So verpachtete er es an die Schulverwaltung als Schulgarten. Dafür erhielt die Gemeinde einen ehemaligen Fabrikraum in der Frankfurter Allee als Gemeinderaum.
Als das Gebäude abgerissen wurde, durften Räume in der Kinzingstaße 38 angemietet werden.
Die unterschiedlichen Standorte der Gemeinde
Büro, Jessnerstr.21,
Gemeindeschwesternstation Jessnerstr.23,
Gemeinderaum Kinzigstaße 38 und
Gottesdienste Boxhagener Straße ( Kapelle)
und Frankfurter Allee (Lobersaal)
erleichterten die Arbeit nicht.
1976 musste die Gemeinde ihren Raum in der Kinzigstraße aufgeben und zog nun in die Finowstr.25. Seit 1998 befinden sich die Gemeinderäume in der Finowstraße 24.
Leider musste auch der Lobersaal aufgegeben werden, die Stadtmission zog mit ihren Veranstaltungen in diesen Saal, so dass es nur noch eine Predigtstätte in der Boxhagener Straße gab.
Das Büro in der Jessnerstraße konnte nach der Wende 1989 nicht mehr finanziert werden und wurde aufgegeben. Es wurde in den Gemeinderäumen Finostraße 25 untergebracht.
Umfangreiche Bautätigkeit im gesamten Gemeindegebiet hatten den Umzug in die Finowstraße 24 zur Folge aber auch den Verzicht auf die Gemeindeschwesternstation in der Jessnerstraße 23.
Im Jahr 1996 beschloss der GKR die Gottesdienste gemeinsam mit der benachbarten Offenbarungs-Kirchengemeinde zu feiern, nachdem die Bedingungen in der Kapelle immer weniger einladend waren.
Ein Gemeindeverband der Kirchengemeinden Offenbarung und Verheißung wurde 1997 gegründet mit dem Ziel, unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und der geringen Anzahl von Gemeindegliedern (Verheißungskirchengemeinde etwa 1600 und die Offenbarungskirchengemeinde etwa 1400 Gemeindeglieder) enger zusammen zu arbeiten.
Diesem Gemeindeverband schloss sich die Zwingli-Stralau-Kirchengemeinde später an.
Pastoren der Verheißungs-Kirchengemeinde waren von 1949 - 1998:
Pfr.Bernd, Pfr.Rehfeld, Pfr.Schulz-Ehrenburg, Pfr.Noack, Pfrn.Bartel, Pfr.Wittig, Pfrn.Falk, Pfr.Sedler, Pfr.Arend