Dorfkirche Stralau

Informationen zur Dorfkirche Stralau finden Sie auf der Internetseite des Fördervereins Stralauer Dorfkirche.

 

Stralauer Geschichte(n): Feierlichkeiten am Vorabend des 500. Reformationsjubiläums

Allein und andächtig schaue ich auf sie hinab: auf die mittelalterlichen Holzplastiken der drei heiligen Frauen. Im Zentrum steht die Gottesmutter mit dem Kind im linken Arm, flankiert von den Märtyrerinnen Barbara und Ursula. Die Figurinen warten, nachdem der Tischler sie sorgsam an den steinernen Taufbottich der Dorfkirche gelehnt hat, auf ihre Rückkehr in den Altar von Stralau.

Sie kommen nachhause, nachhause von einer Reise in die sogenannte Citykirche St. Marien. Dort wurden sie konservatorisch behandelt, wie auch die weiteren Bestandteile des Flügelaltars. Restauratorin Martina Runge arbeitete dabei in einer offenen Schauwerkstatt der Stadtkirche. Sie hatte ein großes Publikum, das sich von diesem Zeugnis christlicher Kunst angezogen fühlte.

Am 30. Oktober 2017 steht der Altar wieder komplett montiert in der Apsis von Stralau, und seine Wiederkehr ist einer der Gründe für die Festveranstaltung am Vorabend des 500. Reformationsjubiläums. Den zweiten Grund liefert die Eröffnung einer ständigen Ausstellung zur Geschichte der Halbinsel und ihres Gotteshauses. Die Kirche ist das älteste Gebäude von Friedrichshain-Kreuzberg, sie diente zuerst den Stralauer Fischern und ihren Familien als Gebetsstätte. Kurzzeitig betreute dann im 17. Jahrhundert der berühmte Theologe und Liederdichter Paul Gerhardt die Seelen der Dörfler. Heute schlägt die Turmuhr einer großen Schar nationaler und internationaler Zuzügler*innen die Stunde.

Der langjährige und schier unermüdliche Vorsitzende des Fördervereins der Dorfkirche, Dr.-Ing. Uwe Nübel, seine Mitstreiter*innen vom Bezirksmuseum und viele andere Menschen verwirklichten gemeinsam Nübels Visionen. Der Vorbau des Gotteshauses wurde als Dokumentationszentrum hergerichtet. Wobei Pfarrer Malte Stets in seinem Grußwort an diesem Abend mahnt, niemand möge dem Trugschluss erliegen, die Kirche als solche sei nun ein Museum geworden! Während der kalten Jahreszeit bis zum 17.03.2018 ist die Ausstellung im Übrigen nur mit Führung zu besichtigen. Entsprechende Wünsche bitte schriftlich an mail@dorfkirche-stralau.de senden.

Die Präsentation zur Historie findet ihre Ergänzung durch einen “Geschichtspfad”, den dritten Anlass der Feierlichkeiten. Dieser Inselrundweg macht mittels Stelen 12 markante Stationen aus der Stralauer Vergangenheit kenntlich und zeigt Erläuterungen in Wort und Bild. Kristine Jaath, Vorsteherin der BVV Friedrichshain-Kreuzberg, wertschätzt denn in ihrer Rede auch die identitätsstiftende Funktion des Pfades. Sie lobt, dass Ortsansässige und Gäste nunmehr die Gelegenheit hätten, im wörtlichen Sinne und “direkt in die Geschichte hineinzugehen.” Zum Veranstaltungsende folgt im Außenbereich die exemplarische Enthüllung von drei Stelen, begleitet vom Spiel des Klarinettisten Till Schwabenbauer.

Bevor ich nach dem Festakt als Letzte die Kirche verlasse und abschließe, schaue ich noch einmal zum Altar hinauf – hinauf zu Barbara, Maria und Ursula. Da fühlt es sich an, als sendeten sie Segen aus. Nicht akustisch vernehmbar, aber mit dem Herzen gut zu hören.

Ihre Küsterin Silke Helling

 

 

Ihre Trauung in der Dorfkirche Stralau

Wenn Sie zur Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau gehören, dann können Sie Ihre kirchliche Trauung auch in der Dorfkirche Stralau feiern. Melden Sie hierzu Ihre Trauung ganz einfach im Gemeindebüro an. Dort können Sie auch erfahren, ob zu Ihrem Wunschtermin die Kirche frei ist.

Wenn Sie nicht zur Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau gehören, aber dennoch gerne Ihre Trauung in der Dorfkirche Stralau feiern möchten, dann beachten Sie bitte den Leitfaden unter diesem Link: Verfahren Trauungen Stralau